Freiwasser-Training unter Aufsicht

Sonja vor dem Freiwassertraining
Sonja vor dem Freiwassertraining

(von Sonja Tajsich) Für alle, die mich nicht näher kennen: Hallo, mein Name ist Sonja Tajsich. Ich bin professionelle Triathletin und auf der Langstrecke „zuhause“. Was bedeutet Langstrecke? Wir schwimmen im freien Gewässer 3800m, dann geht’s für 180 km aufs Rad und anschließend absolvieren wir einen kompletten Marathon. Alles am Stück und so schnell wie es nur irgendwie geht.

Triathlon mache ich schon recht lange, mit Höhen und Tiefen und sogar mit kleinen Pausen, zum Beispiel als unsere Tochter Lisa zur Welt gekommen ist. Lisa ist mittlerweile 5 Jahre alt und ein echter Sonnenschein. Zurück zum Triathlon. Solche Distanzen verlangen immenses Training. Und auch das Schwimmen im freien Gewässer sollte geübt werden, vor allem wenn es nicht (und so ist es bei mir) die Paradedisziplin ist.

Mein großes Ziel heuer sind die Ironman  Weltmeisterschaften auf Hawaii im Oktober 2013. Und um mein letztjähriges Ergebnis, dem 4. Gesamtrang der Frauen, zu toppen und den Sprung aufs Podium zu schaffen, habe ich mich entschieden, zwei Blöcke Höhentraining zu absolvieren. Und da bin ich seit einer Woche, in Boulder / Colorado.

Kurz vor meiner Abreise nach Boulder hab ich nochmals ganz speziell an meiner schwächeren Disziplin, dem Schwimmen, gearbeitet. Und da ich mir nicht sicher bin, welche Optionen ich in Boulder habe, im Freiwasser zu trainieren und dazu unsere deutschen Seen so schön warm waren, habe ich meine Liebe zum „Guggi“ neu entdeckt. Der See, in dem einst die Auftaktdisziplin des Ironman Regensburg stattfand. Wer zufällig bei der Erstaustragung vor Ort war und sich erinnert: Nebelschwaden, aufgehende Sonne, ein allzu idyllischer Anblick. Klar, derzeit fehlt die große Powerbarflasche am anderen Ende des Sees, aber es ist das ganze Jahr über eine Bojenreihe gelegt, die die Boote vom Badebetrieb fern hält.

Genau 750m sind es vom Ufer bis zum hinteren Bojenende, perfekt um längere Strecken zu schwimmen und die Orientierung zu üben. Jetzt werdet Ihr Euch sicher fragen, woher ich denn genau weiß, wie weit das ist? Ich habe es gemessen mit meinem Garmin 910XT. Der hilft mir ungemein, im Freiwasser ein anständiges Training zu absolvieren. Zum einen kann ich sehen wie weit ich schwimme und wie lange ich dafür benötige, aber er bietet auch ganz viele andere Features wie Durchschnittszeit pro 100m oder Zugfrequenz.

Da macht das Freiwassertraining erst so richtig Spaß! Und bei angenehmen Wassertemperaturen obendrein. Also habe ich all meine letzten Schwimmeinheiten in diesem See absolviert. Auch Intervalle – grad was auf dem Trainingsplan stand. Und jetzt denke ich, dass zumindest meine schwimmerische Ausdauer auf Vordermann gebracht wurde. Und in Boulder arbeite ich nun an der Geschwindigkeit. Im Becken. Mit der Gruppe. Fokus auf Hawaii 2013!

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