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Tausche gesamten Haushalt gegen Reise

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Seit Anfang September ist eine Gruppe von fünf Hallensern unterwegs nach New York. Nicht mit dem Billigflieger, sondern mit Motorrädern. Eine Reise um die Welt durch Kasachstan, die Mongolei, Sibirien, über die Beringstraße bis nach Alaska, Kanada bis zum Ziel: New York.

Sie haben ihren Hausrat versetzt und fünf gebrauchte Motorradgespanne gekauft. Die fünf Künstler aus Halle an der Saale haben sich dabei bewusst für die russische Marke Ural entschieden, denn in den zu durchquerenden Regionen sind diese unverwüstlichen Motorräder weit verbreitet. Ersatzteile und technisches Know-How sollten auch in diesen abgeschiedenen Teilen der Erde zu finden sein. Unterwegs werden Anne, Johannes, Sven, Lisa und Elisabeth ihren künstlerischen Arbeitsalltag nach draußen verlagern und ein „mobiles Studio“ einrichten. Neben fremden Kulturen und interessanten Menschen wollen sie vor allem sich selbst kennen lernen. Nach eigener Aussage besteht die größte Chance darin, die eigene Vorstellung von kulturellen und sozialen Raumkonstruktionen neu ordnen zu können. Neue Bezüge herstellen und die Rahmenbedingungen für das eigene Urteil neu definieren, wenn die herkömmlichen Systemvorstellungen nicht mehr greifen, ist für die Reisenden ein Privileg.

Offroad in Georgien

Dreh Dich und Du drehst alles!

Es geht nicht darum Rekorde aufzustellen. Die Gruppe möchte kein flüchtiger Besucher auf der Durchreise sein, sondern kulturelle, geografische und gesellschaftliche Veränderungen hautnah erleben. Unterwegs werden alle Erlebnisse dokumentiert und liebevoll aufbereitet. In den ersten Tagen der Tour plagen Johannes fürchterliche Zahnschmerzen und er muss in Ungarn behandelt werden. Hier zeigt sich der Grundgedanke der Weltreise: Gemeinschaft stiften und zwischenmenschliche Annäherung, denn die Ärzte sind von dem Projekt derart beeindruckt, dass sie tatsächlich überlegen sich den Abenteurern anzuschließen.

Die Zahnschmerzen verflüchtigen sich schnell dank toller Landschaften und zahlloser neuer Bekanntschaften. Übernachtet wird zumeist im Freien unter Tarps am Lagerfeuer oder etwa auf einer Apfelplantage in Serbien. Neben Thermounterwäsche und dicken Schlafsäcken ist das Motorradnavigationsgerät zumo 590LM ein stetiger Begleiter der Motorradfahrer. Dass es auch in Georgien eine gute Figur macht, beweist dieses Video der fünf Freunde:

Raus aus der Komfortzone

Um die Reise zu finanzieren, haben die Abenteurer eine Crowdfunding-Kampagne auf indiegogo gestartet und rufen mit originellen Clips zu spenden auf. Für jeden gefahrenen Kilometer wollen sie einen Euro sammeln und damit auf einen Gesamtbetrag von 30.000€ zur Deckung der Minimalkosten kommen. Jeder gespendete Euro der indiegogo Kampagne wird von Vodafone verdoppelt. An Erfahrung mit Motorradreisen mangelt es dem Quintett nicht, denn vor vier Jahren sind sie über drei Monate mit vier Simson-Mopeds in Richtung Indien gefahren.

Die Reise ist verrückt. Noch verrückter ist das Vorhaben, die Beringstraße mit zu Schwimm-Urals umgerüsteten Motorrädern zu überqueren. Da es auf dem Wasserweg zwischen Sibirien und Alaska keine Fähren gibt, wollen die Hallenser ihre technische Erfahrung als Segelliebhaber nutzen und die Motorradgespanne entsprechend umbauen. Straßenhunde, Zahnärzte und Reparaturen, die weitere Reparaturen nach sich ziehen – die Truppe hat in den ersten Wochen schon einiges erlebt. Zu sehen gibt es die Berichte und atemberaubende Fotos auf dem Blog der Gruppe.

Die Reiseroute

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