Die 10 besten Tipps für Action-Cam-Filmer

Die 10 besten Tipps für Action-Cam-Filmer(von Torben Schwack) Action-Kameras sind klar auf dem Vormarsch. Dieser robuste Wegbegleiter bietet unzählige Möglichkeiten. Doch wie hole ich das Beste aus meiner Kamera heraus? Hierfür müssen einige Besonderheiten beachtet werden, die das Filmen mit Action-Cams klar von klassischen Camcordern unterscheiden.

Videoportale, wie YouTube oder vimeo, werden regelrecht überschwemmt von spektakulären Action-Cam-Videos. Diese reichen von atemberaubenden Fallschirmsprüngen mit Wingsuit bis hin zu spektakulären Surfvideos. Aber selbst ohne halsbrecherische Stunts kann man aus den Aufnahmen des Wochenendes am See oder des Skiurlaubs rasante und stimmungsvolle Videos zaubern.

Anfänger stellen allerdings schnell fest, dass das Erstellen eines solchen Videos deutlich schwieriger ist, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn die Aufnahme des waghalsigen Mountainbikesprungs wirkt zuhause am Fernseher ohne den Adrenalinkick doch irgendwie ziemlich unspektakulär.

Mit einigen Tricks und Tipps kann jeder Videos erstellen, die den eigenen Freundeskreis ins Staunen versetzen. Wir haben einmal unsere Top-10-Tipps zusammengestellt, mit denen auch dein Video ein Hit wird.

1. Lass dir den Spaß nicht verderben

Der wohl wichtigste Tipp für ein gutes Action-Cam-Video ist es, Spaß zu haben. In erster Linie geht es beim Erstellen eines solchen Videos darum, den Spaß und das Erlebnis mit anderen zu teilen. Das kannst du nur vermitteln, wenn du dich durch das Filmen nicht davon ablenken lässt, das Erlebnis zu genießen.

Gerade Anfänger vergeht der Spaß allerdings oft beim aufwendigen und zeitintensiven Bearbeiten und Zusammenschneiden des Videomaterials. Hier gilt: Verzweifele nicht, wenn das Ergebnis nicht sofort so aussieht, wie du es dir vorgestellt hast. Wir haben alle einmal klein angefangen. Du wirst aber merken, dass deine Ergebnisse mit etwas Geduld und Übung schnell besser werden und dann selbst das Zusammenschneiden großen Spaß macht.

2. Gut vorgedacht – ist halb gemacht                

Gut vorgedacht - ist halb gemachtBei dem Erstellen eines guten Action-Cam-Video ist die Planung nicht zu vernachlässigen. Das fängt schon dabei an, genügend Speicherplatz zur Verfügung zu haben oder die Akkus aufzuladen bzw. Ersatzakkus einzupacken.

Außerdem solltest du dir – bevor es losgeht – schon einmal ein paar Gedanken machen, welche Stimmung du in deinem Video rüberbringen willst, was du für Szenen als Zwischenschnitte einfügen könntest, welche Kameraperspektiven gut aussehen könnten, welche Halterungen du dafür brauchst und wie du dein Video grob aufbauen möchtest. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man beim Zusammenschneiden des Videomaterials eine Idee bekommt, wie man zum Beispiel das Intro gestalten könnte, aber keine passenden Aufnahmen hat. Das heißt aber noch lange nicht, dass man den entworfenen Plan nicht beim Drehen des Videos oder sogar beim Schneiden komplett über den Haufen werfen kann. Profis schreiben gar ein Storyboard vor jedem Dreh, da es die Motivsuche beim Drehen deutlich vereinfacht.

Mach dir beim Drehen deines Videos am besten auch schon einmal Gedanken, wie du es später zusammenschneiden kannst und wie du die Übergänge gestalten könntest. Schöne Effekte sind z.B., wenn man am Ende einer Szene die Kamera so nah an ein Objekt bringt, dass ein schwarzes Bild entsteht und die nächste Szene im Video genau umgekehrt beginnt, so dass kein erkennbarer Schnitt zu sehen ist.

3. Der Ton macht die Musik

Um gute Audioaufnahmen zu produzieren, wird im Regelfall zu einem externen Mikrofon gegriffen. Die meisten Action-Cam-Filmer nutzen allerdings kaum Audioaufnahmen, sondern unterlegen ihre Videos mit Musik. Die Rechtsprechungen und Regeln hierfür ändern sich häufig, so dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten, was erlaubt und was illegal ist. Am sichersten fährst du damit, lizenzfreie Musik zu verwenden. Chip.de hat hierfür einmal drei große Videoportale vorgestellt, auf denen du lizenzfreie Musik findest, um Stimmung in dein Video zu bekommen.

Wichtig ist es, die Musik am besten vor dem Schneiden des Videomaterials und vielleicht sogar schon vor dem Filmen herauszusuchen. So kannst du dir, wie in Tipp 2 besprochen, schon einmal Gedanken über die Stimmung des Videos machen und planen, was ihr für Szenen filmen wollt, wie lang die Videoabschnitte circa sein sollen usw.

4. In der Kürze liegt die Würze
In der Kürze liegt die Würze
https://www.youtube.com/watch?v=pArr2GNF5yA

Action-Cam-Filme sind oft wie eine Art Zusammenfassung geschnitten. In der Regel sind die Filme zwischen einer und drei Minuten lang und fassen ein Erlebnis oder sogar ganze Urlaube sehr kurz zusammen. Ein besonders beliebter Anfängerfehler ist es, alle gefilmten Szenen in einem Action-Cam-Video unterbringen zu wollen. Beim Zusammenschneiden des Videos solltest du dich deswegen am besten in die Lage einer Person versetzen, die nicht dabei war und überlegen was sie interessieren oder unterhalten könnte.

Außerdem verwenden Anfänger oft zu lange Szenen in ihrem Video. Wenn man sich klassische Action-Cam-Videos anguckt, merkt man, dass diese von vielen Schnitten leben. Lange Szenen hingegen ermüden den Zuschauer schnell.

5. Bring Licht ins Dunkel

Licht kann dein Freund, aber auch ein Spielverderber sein. Action-Cams reagieren oft sehr sensibel auf Gegenlicht. Ein guter Action-Cam-Filmer lernt, das Licht zu seinem Vorteil zu nutzen. Bei Gegenlicht zu filmen will gekonnt sein. Oft entstehen Blendenflecken oder Überstrahlungsartefakte, so dass man eigentlich nicht mehr viel sieht. Man kann sich diese Effekte aber auch zu Nutzen machen und in abgeschwächter und kontrollierter Form als Art Stilmittel benutzen.

Bring Licht ins Dunkel
https://www.youtube.com/watch?v=cxzWaTssLvQ&list=UU_SkauK1AX4zPKnCTp1TE5A

Eine gleichmäßige Beleuchtung vereinfacht den Filmprozess allerdings ungemein, da du beim Zusammenschneiden keine Probleme mit unterschiedlich beleuchteten Filmszenen bekommst. Am besten ist hierfür ein leicht bedeckter Himmel, bei dem das Sonnenlicht durch die Wolken gestreut wird. So kannst du auch Filmszenen aneinanderschneiden, zwischen denen beim Dreh einige Stunden lagen, ohne dass wirklich auffällt, dass die Szene mittlerweile aus einem anderen Winkel beleuchtet wird.

Schwierigkeiten bekommt hingegen jede Kamera bei einem sehr schnellen Wechsel von Sonne und Schatten, da die Blende hier nicht hinterherkommt. Beispielsweise bei Downhillfahrten mit dem Mountainbike durch einen Wald aus der Ego-Perspektive kann man dieses Problem oft sehr gut beobachten. Hier bietet es sich an, die Egoperspektive lediglich für Zwischenschnitte zu benutzen und viel mit anderen ruhigen Perspektiven zu arbeiten, aus denen Sprünge und enge Kurven meist eh viel spektakulärer aussehen.

Gerade bei Sprüngen kommt es darauf an, sie richtig in Szene zu setzen. Spektakulär sehen sie beispielsweise in Zeitlupe, aus der Froschperspektive und vor einem gleichmäßigen Hintergrund, wie dem Himmel, aus (siehe Bild oben).

6. Keep it simple

Sehr wirkungsvoll sind Zeitlupen- und Zeitraffer-Effekte. Gerade Sprünge oder schnelle Bewegungen wirken in Zeitlupe deutlich beeindruckender. Zeitraffer–Effekte sind hingegen besonders gut geeignet, um längere Videosequenzen, wie die Anreise mit dem Auto, in das Video einzubauen. Gute Action-Cams wie die VIRB Elite von Garmin bieten spezielle Aufnahmemodi an, mit denen du die beiden Effekte schon beim Filmen erzeugen kannst. Aber auch nachträglich kann man beide Effekte noch mit speziellen Schnittprogrammen in das Video einbauen.

Verspielte Übergänge, wie ein sich herausdrehendes Bild o.ä., die man noch aus alten Diashows kennt, solltest du hingegen vermeiden, da sie oft amateurhaft wirken, ablenken und das Tempo aus dem Video nehmen.

7. Probieren geht über Studieren
probieren geht über studieren
https://www.youtube.com/watch?v=P8_9I91k7bs

Wichtig ist, dass du dich mit deiner Action-Cam auseinandersetzt und ihre Funktionen und Aufnahmemodi kennst. Probiere möglichst viele Funktionen aus, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann und wie du sie am besten benutzen kannst.

Auch wenn sich die meisten Action-Cams sehr ähneln, gibt es immer wieder Produktentwicklungen, die einen Blick wert sind. Die VIRB Elite Action-Cam von Garmin ist zum Beispiel mit einem GPS-Empfänger ausgestattet. So kann man beim Schneiden des Videos verschiedene „Overlays“, wie die Geschwindigkeit, Herzfrequenz, die Route, Höhenmeter oder die einwirkende G-Kraft, einblenden. Da es gar nicht so einfach ist, Geschwindigkeiten in einem Video rüber zu bringen, bieten sich durch solche Funktionen ganz neue Möglichkeiten.

 8. Sei kein Egoist
Top 5 Kamerahalterungen fürs Motorradfahren
Top 5 Kamerahalterungen fürs Motorradfahren

Die Kameraperspektive ist ein wichtiges filmisches Gestaltungsmittel, das gerade im Unterbewusstsein des Betrachters eine zentrale Rolle spielt. Durch den breiten Blickwinkel und die robuste Bauweise von Action-Cams ergeben sich etliche neue und kreative Kameraperspektiven. Sei es, die Kamera am Skistock zu befestigen, unter dem Longboard, an der Fahrradgabel, am Segelmast usw. – deiner Fantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Top 5 Kamerahalterungen fürs Klettern
Top 5 Kamerahalterungen fürs Klettern

Gerade Anfänger machen oft den Fehler, besonders viele und lange Aufnahmen aus der Egoperspektive zu verwenden. Wesentlich spannender lässt sich ein Video gestalten, indem man sehr viele Filmschnitte und unterschiedliche Kameraperspektiven in das Video einbaut. Denn bei langen Videoszenen aus einer Perspektive, kommt schnell Langeweile beim Betrachter auf.

Als Faustregel sagt man, dass Filmszenen von weniger als eineinhalb Sekunden die Wahrnehmung einer Szene erschweren und Filmszenen von mehr als vier bis fünf Sekunden das Tempo in einem Video bremsen (was natürlich auch gewollt sein kann).

Es gibt zudem eine Vielzahl von Kamerahalterungen und Positionen für die verschiedensten Sportarten und Aktivitäten (siehe zum Beispiel: Top 5 Kamerahalterungen fürs Motorradfahren & Klettern).

 9. Komm mir nicht zu nahe

Ein Merkmal und großer Vorteil von Action-Cams ist, dass sie sehr weitwinklige Aufnahmen ermöglichen, durch die du viel aufs Bild bekommst. Anders sieht es hingegen bei Nahaufnahmen aus. Da sich die Linse für die Weitwinkelperspektive sehr stark wölbt, werden gerade Linien, wie der Horizont, leicht gebogen dargestellt. Dieser Effekt verstärkt sich, umso näher ein Objekt der Kamera ist. Besonders seltsam sieht dies bei „Nahaufnahmen“ von Gesichtern aus. Abhilfe schaffen hier Kameraoptionen, wie die Verzerrungskorrektur der VIRB Elite, die die Qualität und Verzerrung schon vor der Bearbeitung optimiert. Generell gilt allerdings, dass man möglichst vermeiden sollte, längere Nahaufnahmen von Gesichtern etc. in das Action-Cam-Video einzubauen.

10. Alles eine Frage der Perspektive

Ein besonders wirkungsvolles Stilmittel von Action-Cam-Videos ist das Filmen einer Szene aus verschiedenen Perspektiven. Mit nur einer Kamera musst du hierfür zwar eine Szene, wie z.B. einen Sprung mit dem Mountainbike mehrfach hintereinander filmen, dafür wirst du aber mit spektakulären Filmszenen belohnt.

Wichtig ist es außerdem, möglichst viele kurze Aufnahmen zu machen, die du als Zwischenszenen in dein Video einarbeiten kannst. Hierfür kannst du zum Beispiel Landschaftsaufnahmen, Aufnahmen vom Mittag-/Abendessen auf der Skihütte, Nahaufnahmen, wie  z.B. vom Schalten beim Fahrrad oder Anziehen des Skihandschuhs, verwenden. Guck dir doch einmal ein paar Action-Cam-Videos an und beobachte genau wie sie aufgebaut sind, welche Perspektiven sie wie oft benutzen, wie lang die einzelnen Videoszenen sind usw.

Eine Frage der Perspektive
https://www.youtube.com/watch?v=4Cc8ymgG5rY
Eine Frage der Perspektive
https://www.youtube.com/watch?v=pW3e5dDKpOI
Eine Frage der Perspektive
https://www.youtube.com/watch?v=wpzG7Oouvl8

 

 

 

 

Jetzt steht deinem eigenen spektakulären Action-Cam-Video eigentlich nichts mehr im Wege. Auf geht’s!

2 Kommentare zu “Die 10 besten Tipps für Action-Cam-Filmer

  1. Hi Torben,
    Hi GPS-Team,

    Toller Beitrag! Stecken wirklich sehr viele hilfreiche Informationen drin und trotzdem sind alle Tipps einfach erklärt und schnell auf den Punkt gebracht.
    Ein super „Quickstart-Guide“ für alle Action Cam Einsteiger.
    Werde ich auf jeden Fall auch mit meinen Lesern teilen. :-)

    Viele Grüße,
    Julian

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