Die VO2max – Fachgesimpel oder Fitnessindikator?

Spiroergometrie mit Atemgasmaske(von Marco Hinzer) Sport heißt heute längst nicht mehr nur Bewegung. Die Zahl der ambitioniert Sport treibenden Menschen hat in den letzten Jahren stark zugenommen und steigt stetig weiter an. Mit dieser Entwicklung geht einher, dass der Bedarf nach Kennzahlen zur eigenständigen Trainingsüberprüfung und –Steuerung gefragter denn je ist.  Eine dieser Kennzahlen kommt aus der Trainingswissenschaft und trägt das Kürzel VO2max.

Was verbirgt sich hinter dem Kürzel VO2max und warum spielt es im Sport so eine große Rolle? Wörtlich übersetzt versteht man unter der VO2max die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit, angegeben in ml/min/kg. Der Wert definiert das maximale Sauerstoffvolumen, das pro Minute und kg Körpergewicht bei maximaler Leistung aufgenommen und von den Zellen verwertet werden kann. Je höher der Wert desto besser der Fitness Zustand.

In der Trainingswissenschaft spricht man laut Christoph Näger, Diplom Sportwissenschaftler und Leiter des Instituts für Leistungsdiagnostik Energysource, „…bei der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) vom Bruttokriterium der Ausdauerleistungsfähigkeit, also der Grundvoraussetzung ob man eine gute Leistung erbringen kann. Für die Diagnostik und Trainingssteuerung ist die VO2max von großer Bedeutung, da man sowohl die physiologischen Voraussetzungen sieht als auch die Entwicklung des Sportlers.

Die Spiroergometrie – messen der maximalen Sauerstoffaufnahmefähigkeit

Bisher war es ausschließlich möglich, die maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit anhand einer aufwendigen Leistungsdiagnostik, d.h. primär der Analyse von Stoffwechselprozessen während einer Belastung, zu bestimmen. Hierzu bedient sich die Trainingswissenschaft der  Spiroergometrie. Diese wird entweder auf dem Fahrrad oder auf dem Laufband durchgeführt, wobei das Laufband bei der Bestimmung der allgemeinen Ausdauerleistungsfähigkeit die bessere Wahl ist.  Mit Hilfe einer Atemgasmaske werden die Atemgase während der Belastung gemessen und analysiert. Hieraus ergibt sich dann der VO2max-Wert, welcher sich gemäß folgender Tabelle beispielsweise bei einem gut trainierten Sportler im Alter zwischen 20 und 29 Jahren zwischen 45 und 51 ml/min/kg bewegt.

Tabelle VO2max

Die individuelle VO2max immer im Blick – wie geht das?

Eine professionelle Leistungsdiagnostik ist das non plus ultra in der Trainingswissenschaft. Doch für den ambitionierten Breitensportler, dem dies zu aufwendig erscheint, bietet der Forerunner 620 von Garmin mit einer Berechnungsgenauigkeit von 95 % einen aussagekräftigen VO2max-Wert, mit dem es jedem Sportler möglich ist, seinen aktuellen Fitnesslevel zu bestimmen. In Zusammenarbeit mit Firstbeat Technologies, dem weltweit führenden Unternehmen in sportwissenschaftlicher Trainings- und Herzfrequenzanalyse, wurden auf Basis von tausenden Trainingseinheiten weltweit Daten erhoben. Aus diesen Daten (u.a. Herzfrequenz, Lauftempo, Herzfrequenzvariabilität, Alter, Gewicht, Größe, Geschlecht) wurden in der Folge Algorithmen abgeleitet, die es dem Forerunner 620 ermöglichen, die persönliche VO2max zu berechnen. Neben dem Wert erfährt der Sportler durch eine Farbskala auf dem Display wie er im Vergleich zu einer Vergleichsgruppe (Alter und Geschlecht) abschneidet. Darüber hinaus liefert die Uhr auf Basis dieser Daten eine Laufzeit-Prognose, welche eine mögliche persönliche Bestzeit für beispielsweise einen Halbmarathon Wettkampf vorgibt.

uhr

Die Durchführung einer professionellen Leistungsdiagnostik zielt in der Regel auf die anschließende Zusammenarbeit und somit Betreuung durch einen Coach ab. Dieser sorgt dafür, dass die gewonnenen Leistungsdaten in der Trainingssteuerung berücksichtigt werden. Wem das zu ambitioniert erscheint, jedoch nicht auf eine gezielte Trainingssteuerung verzichten möchte, ist mit dem Forerunner 620 von Garmin gut beraten. Denn gewissermaßen ist er auch ein Laufcoach, nur eben am Handgelenk.

10 Kommentare zu “Die VO2max – Fachgesimpel oder Fitnessindikator?

  1. Laut meinem FR 620 liege ich derzeit mit 55 ml/min/kg im „überragenden“ Bereich. Ob der Wert als Laufanfänger (laufe seit knapp 2 Jahren) mit durchschnittlich 3x 10 Km Läufen und 1x Fitness in der Woche, realistisch ist, kann ich nicht sagen. Die daraus resultierende Lauf-Prognose von z.B. 00:39:01 auf 10 Km kann ich allerdings überhaupt nicht nachvollziehen. Da liege ich doch fast 10 Minuten drüber.

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