Die letzten Stunden vor dem spektakulären Ironman auf Hawaii

Hinweis auf trainierende Athleten(von Julia Viellehner) Schon um 6:00 Uhr morgens bevölkern hunderte von Triathleten den legendären Alii Drive, der an unserem Hotel vorbei Richtung Pier (Start, Wechselbereich und Ziel in Kona) führt. Hier sieht man die unterschiedlichsten Athleten – von Profis bis zu Finishen-is-my-goal-athletes, von Laufgazellen über Wasserträger bis zu Ausstattung-ist-alles-Athleten, von Profirennradler bis zu Morgenbrötchenholer. Autos sind auf alle Fälle eine Minderheit auf dem Alii-Drive. Ich könnte Stunden am Straßenrand stehen und die unterschiedlichsten Athleten beobachten. Jeder möchte noch ein wenig trainieren, sich fit halten, die Strecke erkunden oder die Nervosität verdrängen.

Ein paar Meter weiter beginnt schon die Ironman-Expo. Hier gibt es wirklich alles, was sich das (materielle) Herz eines Triathleten nur wünschen kann – ob man / frau es braucht, ist wieder eine andere Frage! Alle erdenklichen Marken sind vor Ort, beginnend bei A wie ASICS über G wie GARMIN und abschließend mit Z wie Zeet!  😉 Man kann sich die neusten Innovationen, Technologien und Produkte ansehen, ausprobieren, testen und wird mit Werbegeschenken überhäuft!

Morgenschwimmen am Pier
Morgenschwimmen am Pier

Am Pier findet täglich morgens eine große Schwimmaktion statt. Jeder der möchte, kann die offizielle Wettkampfstrecke oder einen Teil davon abschwimmen. Hunderte von Athleten stürzen sich in den angenehm warmen Pacific.

Ich hatte bis jetzt keine Erfahrungen mit Schwimmen im offenen Wasser, noch dazu im Salzwasser und daher relativ großen Respekt vor der ersten Disziplin des Wettkampfs am Samstag. Doch mittlerweile haben sich die Dinge geändert – ich freu mich sehr auf das Schwimmen. Die Wellen sind erträglich, das Wasser schmeckt zwar salzig, aber man muss ja nicht gleich literweise davon trinken und das Salz trägt einen super. Das genialste am Schwimmpart ist das Unterwasserkino – die Sicht im Pacific ist einmalig und man schwimmt begleitet von vielen bunten Fischchen durch das blaue Wasser – super schön, abwechslungsreich und (beim morgendlichen Training) entspannend, endlich mal keine aufgekratzten, übermotivierten Athleten zu hören bzw. weiter draußen zu sehen. Auf dem Pier selbst gibt es anschließend Getränke, Verpflegung und Testbrillen, -Anzüge sowie viele, viele Athleten aller Nationen.

Auch auf dem Highway, der offiziellen Rad- und Laufstrecke des Ironman herrscht großer Betrieb. Gestern wurden wir mit dem Shuttle bis zum Wendepunkt der 180km Radstrecke gefahren, um dann halfway nach Hause zu radeln. Mein Eindruck: überraschend wellig, wie befürchtet sehr windig und gut warm! Diese Trainingsfahrt erwies sich dahingehend als sehr sinnvoll, dass ich die 180km am Samstag sicherlich betont ruhig und langsam angehen werde – it’s a long way home! 😉 Die Monotonie der Lavalandschaft finde ich, nicht wie viele behaupten langweilig, sondern eher beruhigend und gewaltig. Je näher man dem Pier kommt, desto belebter wird der Highway und man findet sich wieder in der we-are-ironman-athletes-Menge!

Julia Viellehner in Kona
Julia Viellehner in Kona

Kona wird in diesen Tagen von Triathleten überrannt, hier lebt man Ironman, ist stolz, ein Triathlet zu sein, dazu zu gehören oder einen zu kennen, der am Samstag an den Start geht. Die Einheimischen sind mehr wie hilfsbereit und freundlich und jeder Teilnehmer wird mit Respekt und Achtung begrüßt, bekommt ein „good luck for Saturday“ und ein breites Lächeln.

Die Kulisse auf Hawaii trägt ihr Übriges dazu bei … Sonne, Palmen, blaues Wasser und Strand! Mit den Tagen steigt die Nervosität, die Wechselbeutel sind mittlerweile gepackt, das Rad vorbereitet, der Akku der Uhr geladen und die Verpflegung wartet im Kühlschrank auf ihren Einsatz.

Ich bin sehr gespannt auf das Rennen am Samstag. Mittlerweile kann ich ungefähr einschätzen, was mich erwartet – Hitze, Wind, lange Straßen und wohl ein paar Unannehmlichkeiten, sicherlich aber auch unvergessliche Erfahrungen, ein tolles Ambiente und die einmalige Chance, meinen ersten Ironman in Hawaii bestreiten zu dürfen! Ich freue mich darauf, mit schweren Beinen, vielen Salzkörnern auf dem Körper aber einem Lächeln im Gesicht, über die Ziellinie meines ersten Ironmans zu laufen und das Ambiente in vollen Zügen genießen zu können!

Julia Viellehner
Julia Viellehner

Über die Autorin:
Julia Viellehner studiert Gesundheitsmanagement mit Praxisanteil im FTZ Mühldorf und arbeitet nebenbei in einem Fitnessstudio. Über zehn Jahren betriebt sie Langstreckenlauf auf nationalem Niveau und konnte mehrere deutsche Meistertitel im Straßenlauf sowie Crosslauf gewinnen. Inzwischen ist sie zum Triathlonsport gewechselt und auch in Triathlon Bestenlisten weit vorne zu finden. Ihr gewonnenes Wissen und die gesammelten Erfahrungen gibt sie hier gerne weiter.

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