Das NordkappProjekt: Traumhafte Landschaft der Lofoten

Urlaub mit Geocaching zu verbinden, hat viele Vorteile. Einer davon: Die Caches locken an Orte, die man ohne sie vermutlich niemals entdeckt hätte. Auf einer Reise zum Nordkap warten links und rechts des Weges ausreichend Geocaches, um Norwegen von seinen schönsten Seiten kennenzulernen – ohne Schlangen von Touristen und Kolonnen von Reisebussen auf der ganzen Reise zu ertragen.

Markus Gründel und Nicole Wunram sind mit ihrem „Wohnmobil“, einem Twingo, unterwegs zum Nordkap. Bei gps.de schreiben sie über ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Abenteuer, die sie auf der Tour erleben. Die bisherigen Berichte ihrer Reise: Mit dem Twingo nach ganz oben, Das Abenteuer beginnt, Wieder im Spiel, Caches, Touristen und Cachewartung

18.7 Dienstag
Nach einem gemeinsamen Frühstück mit dem restliche Kuchen hieß es auch schon wieder Abschied nehmen. Für Sabrina und Tobi ging es gen Süden Richtung Heimat.
Wir entschieden uns, einen Lagertag mit Wäschewaschen und Laden der elektronischen Helferlein, die es die letzten Tage nicht an die 12V-Steckdose des Twingos geschafft hatten, auf Furøy Camping einzulegen.
Frisch gestärkt ging es ans Werk, um unter anderem Blogartikel nebst Bildern hochladen. Das zumindest war der Plan. Doch: Mein Dell-Tablet rührte sich nicht mehr, auch die Lade-LED signalisierte nur noch – nichts! Alle Arbeit dahin.
So verbrachten wir den Nachmittag an Nicoles Rechner und schrieben nochmal alles neu zusammen und stöpselten alle Kameras durch, um die Fotos für den Blog wieder zusammen zu kriegen.
Eine kleine Entschädigung gab es aber, denn wir haben zwei Schweinswale gesehen.

19.7 Mittwoch
Ohne Regen ging es weiter in den Norden. Nach wenigen Kilometern schon der erste Stopp: Der SvartisBreen  – Norwegens zweitgrößter Gletscher (natürlich mit einem Cache an der Parkbucht).
Mittags dann erreichen wir Europas größten Mahlstrom und dort den EarthCache Saltstraumen – The Strongest Current.

Weiter geht es nach Bodø zur Fähre gen Lofoten, denn das Wetter soll besser werden und die Lofoten ja traumhaft sein. Wir werden sehen.

Verspätet auf 17:55 Uhr startete dann die Fähre zu den Lofoten. Obwohl keine Schaumkronen zu sehen waren, also augenscheinlich ruhige See, rollte das Schiff doch relativ stark. Um 22:00 Uhr erreicht die Fähre Moskenes. Wir fuhren nur wenige 100m und stellten uns auf einen Platz zu zwei Dänen, einem Bremer und einem Delmenhorster an die andere Seite des Hafenbeckens.

20.7 Donnerstag
Es ging nur wenige Kilometer weiter in den Süden zum Museumsdorf Å. Hier sind wir auf den Touriparkplatz gefahren, haben einen lustigen Wohnanhänger gesehen und sind dann an das nahe Landsend gestiefelt. Diesmal ohne Cache, da wir den EarthCache vor Ort nicht verstanden und deshalb liegen gelassen haben.
Hier waren neben den üblichen Touristen auch viele junge und gestylte Leute, die wohl aus dem höher gelegenen und scheinbar nur aus blauen Zelten bestehenden Basislager unterhalb eines mächtigen Berges kamen.
Im Dorfcafe, das auch eine Bäckerei beherbergt, haben wir für 45 Kronen diesen für die Lofoten typischen Trockenfisch in wenigen Gramm erstanden. Wir sind ganz gespannt wie der wohl munden mag.

Es sollte weiter gen Norden gehen – doch mit Bedacht. Die Landschaft ist hier echt nochmal anders als die letzten Kilometer. Noch atemberaubender, grüner, scharfkantiger… Und das wissen auch die Reiseunternehmer. Auf den schmalen Straßen begegneten wir nicht nur einem Reisebus. Aber auch Radler und viele junge Leute mit großen Rucksäcken kamen uns entgegen.
Mehrfach machten wir Halt für einen Fotostop, wo wir auch in einer Felsspalte Fotostopp Øya gehoben haben.

Dann schauten wir ob das Montana 680t wohl auch die Punkte des Skulpturlandskap als POIs anzubieten hatte – natürlich, die waren im Kartenmaterial vorhanden. So lag einer der Parkplätze in nur 15 Straßenkilometern Entfernung. Ja, und auf dem Parkplatz war keine Skulptur oder Künstlerisches und auch Hinweisschilder darauf konnten wir nicht entdecken. Jedoch, natürlich, einen Cache, der die Skulptur zum Thema hatte. Gute 200 Meter vom Parkplatz entfernt. Auf verschlungenen Pfaden mitten durch die kleinen Birkenwäldchen – knie- bis hüfthoch durch Sumpf und über Fels ging es dem Cache entgegen. Und plötzlich 30 Meter vor dem Cache sahen wir auch die Skulptur. Sie ist vielleicht am besten als offene 2 Meter hohe Pforte wie Moria beim Herrn der Ringe zu beschreiben.

Auf dem Rückweg zum Wohnmobil sind wir dann tatsächlich auch über zwei einlaminierte A4 Schilder „Skulpturen“ im wahrsten Sinne des Wortes gestolpert. Man könnte meinen, die Norweger wollen mit diesem überregional bekannten Kunstwerk nicht zu tun haben – oder warum werden die wohl nahezu versteckt?

21.7. Freitag
Heute gab es wieder früh Sonne, und so haben wir uns zu einer weiteren Skulptur aus Japan aufgemacht. Ein gedrungener Steinturm ohne Türen und Fenster, dafür mit Kletterverbot und dem Cache Skulpturlandskap Nordland Epitaph.
Da wir mit einem weiteren Cache kein Glück hatten, sind wir nach Ramberg zum Einkaufen gefahren. Und an den Strand. Schließlich wollten wir mal im Europäischen Nordmeer baden.
Das Wasser türkisblau, große graugrüne Berge im Hintergrund und viele rote Holzhäuschen – ein wahrhaftes Postkartenidyll.

Dann ging es weiter die E10 gen Norden zum Flughafen Leknes und zum Wikinger-Museum. Hier wechselte das Landschaftsbild von „wild und spektakulär“ zu mehr und mehr Agrarland. Sogar Schafe und Kühe haben wir auf diesem Teilstück gesehen.

Zum Ende des Tages wollten wir ganz geschickt einen stillen Übernachtungsplatz finden und haben die E10 verlassen. In einer Schleife mit wieder atemberaubenden Landschaftsbildern die Berge Middagstinden, Vallheia und Bøheia umfahren – nur leider waren keine Plätze fürs Rasten ausgebaut. So sind wir dann weiter und haben an einer alten Brücke bzw. deren Restfundamenten ein Plätzchen gefunden – leider verschwand die Sonne alsbald hinter dem Berg Skimtet bzw. Smortvarden.

22.7. Samstag
Wir fahren weiter die E10 gen Norden.
An der nächsten Brücke mit dem Mahlstrom Ginsøystraumen haben wir gehalten. Viel Mahlstrom konnten wir nicht erkennen, dafür aber einen Parkplatz mit einem wohl ehemaligen Gasthaus. Glücklicherweise waren die WCs offen und verhältnismäßig sauber. So haben wir die Ortliebs aufgefüllt und währenddessen kamen viele junge Leute wohl aus nahen Zelten zur Morgentoilette zu uns rein.

Weiter auf der E10 sahen wir bei Kabelvåg rechts der Straße eine beige Holzkirche und hielten für eine kurzen Foto- und Cachestopp. Der Cache tat sich wieder schwer, aber mit Hilfe des Spoilerbildes konnten wir den Cache entdecken.

Dann klingelte das Handy: Peter und Frau, die vom Nordkapp kamen und mit denen wir uns lose an der Fähre gen Vesterålen verabredet hatten. Die beiden waren eben angekommen und wir hatten nur noch einen Kilometer zu fahren – Timing ist alles. Und ein wenig Zeit für das Wiedersehen hatten wir auch. Unsere Fähre wartete aber, denn für uns beginnt jetzt ein neues Inselabenteuer.

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